Der ein und der andere hat es sich fast schon gedacht. Wir wurden sogar schon drauf angesprochen. Also hier mal im Klartext:
2009 hat sich diese Band zusammengefunden – damals noch als elektrisches Quartett inklusive Bassist. Von Anfang an war klar, dass wir uns auf ein Genre konzentrieren wollen, und so landeten wir bei deutscher Musik, wie sie jahrzehntelang durch die Radios in die Ohren rauschte. Darum auch das D in Doris D. Eigentlich eine ziemlich einfache Herleitung des Namens – und doch wurden wir bis zuletzt viel zu oft mit amerikanischem Duktus ausgesprochen, der einzig zur amerikanischen Schauspielerin Doris Day passte. Egal.
Wir haben in diesen Jahren rund 350 Konzerte gegeben. Ganz klein vor einer Handvoll Leuten, ganz groß vor > 1.000 Leuten. Wir haben die Hauptbühnen als TopAct großer Stadtfeste bespielt, wir waren im Knast und haben den Gefangenen in den Gehörgang gespielt, wir waren beim Zeltfestival Ruhr, bei der IHK, beim MSV und auf Schalke, bei überhaupt vielen Firmen, Vereinen und Institutionen und auch bei ganz privaten Partys. Zum Geburtstag, zur Hochzeit, einfach nur so. Wir waren immer da und haben 17 Jahre lang mit viel Freude altbekannte Stücke so verwurstelt, dass man nicht nur einmal mit den ersten Tönen ins Straucheln kam, um plötzlich doch den Aufhänger zu finden und mitzusummen. Wir haben vermischt, verdreht, klanglich-harmonisch-melodisch variiert und es hat so viel Spaß gemacht. Das war die Doris.
Und dennoch ist es eben auch hier wie in einer alten Ehe. Wir drei kennen uns gut. Wir mögen uns. Wir schätzen uns. Aber wir ticken nicht mehr im Gleichtakt. Wir sind nicht böse miteinander, wir sehen uns und spielen, aber in den zurückliegenden Jahren ging etwas verloren, dass uns lange ausgemacht hat: die gleiche Freude am Tun. Drei Männer wollen nicht mehr das gleiche. Sie haben unterschiedliche Ideen. Nicht allumfassend, aber in zu vielen Details. Wo früher der Konsens herrschte, befinden wir uns heute auf unterschiedlichen Ebenen.
Und darum werden wir Ende 2026 die Doris in Ruhe zur Ruhe bringen. Auf dass es still wird um eine Band, die bei Kneipennächten über Stunden die Leute zum Schwitzen brachte, das Publikum zum Mitsingen, zum Lachen und manchmal sogar zum Staunen. Diese Doris schweigt alsbald. Während sich ihre Protagonisten in alle Richtungen verstreuen. Mal mehr, mal weniger enthusiastisch, was die musikalische Zukunft betrifft.
Howard Carpendale verabschiedete sich und startete Jahre später ein Comeback. Ozzy Osbourne verabschiedete sich sogar mehrmals. Frank Sinatra tat es, Barbara Steisand auch. Wir wollen uns hier mal nicht vermessen, und wer weiß was in 3 Jahren ist, aber am 31.12.2026 schließt die Doris erst mal ihr tönernes Kapitel.
Von daher: Wer uns noch mal sehen will, hat dazu noch einmal bei einem öffentlichen Konzert im November Gelegenheit. Wir wollen es ja nur gesagt haben …
Letzte Worte dann in einer letzten News 😊

